Bürgerverein Oberrad e.v.

An die Mitglieder des Bürgervereins Oberrad

Sehr geehrte Mitglieder,
das Jahr 2020, die Corona-Zeiten, hat auch unseren Verein sehr hart getroffen.
Alle öffentlichen Veranstaltungen mussten wir zum Schutz unserer Mitglieder und Teilnehmer absagen. Unsere Jahreshauptversammlung im April dieses Jahres, der jährlich stattfindende Museumsbesuch und ein Ausflug mit Besichtigung und Spaziergang in einer Nachbargemeinde sind entfallen. Im Rahmen des Vereinsrings hat der BVO sonst immer sowohl am Stadtteilfest als auch am Weihnachtsmarkt mit einem Stand teilgenommen. Auch diese Veranstaltungen wurden einstimmig im Vereinsring abgesagt. Die notwendigen Sitzungen des Vereinsrings, des Präventionsrates und des Ortsbeirates 5, an denen wir regelmäßig teilgenommen haben, wurden in geeigneten Räumen unter strengsten Auflagen und Hygienebedingungen durchgeführt.
Dies hat unsere Arbeit zum Nutzen der Oberräder Bürgerschaft aber nicht vollständig gelähmt, viele kleine Probleme, die mit Telefon oder per mail erledigt werden konnten, haben wir weiterverfolgt und die meisten auch positiv erledigen können.
Im Rahmen des Präventionsrates ist besonders hervorzuheben, dass die Sicherheitsprobleme um die neu geschaffenen Flüchtlingswohnungen in der Wiener Straße Thema waren. Dabei wurde uns von den zuständigen Ämtern versichert, dass es sich um Wohnungen für anerkannte oder geduldete Familien handelt, die schon längere Zeit in Flüchtlingsunterkünften lebten und in einem weiteren Schritt in ein normales Leben in unsere Gemeinschaft überführt werden sollen.
Im Rahmen des Ortsbeirates haben uns besonders die Themen Neubau der Gruneliusschule, Tempo 30-Regelung für die Offenbacher Landstraße und Wehrstraße, kleinere Probleme zugunsten von Fahrradfahrern und Sicherheitsmarkierungen bei der Einfahrt in die Haltestelle Buchrainplatz und dem kleinen Parkplatz im Anschluss an diese Haltestelle beschäftigt.
Ein immer wiederkehrendes Problem ist die Beseitigung von Sperrmüllhaufen, die regelmäßig im Stadtbild auftauchen und leider von den Verursachern immer wieder ohne Anmeldung dem Stadtbild überlassen werden. Das Thema des Denkmalschutzes für die ehemalige Gaststätte „Hirsch“ hat nach mehrjähriger Diskussion seinen Abschluss gefunden und wurde endgültig in das Denkmalbuch des Landes Hessen aufgenommen. Auch der Eigentümer hat inzwischen Interesse an dieser Tatsache gefunden und plant eine neue Nutzung unter Denkmalgesichtspunkten.

Das Thema „Melanie“, eine frauenfeindliche Verunzierung von verschiedenen Gebäuden hat uns immer wieder gefordert, da der Täter zum wiederholten Male an den gleichen Stellen seine widerliche Handschrift hinterlassen hat. Es ist uns gelungen, die jeweiligen Eigentümer zu einer schnellen Beseitigung der Schmierereien zu bewegen. Nach wochenlanger Beschäftigung ist hier hoffentlich endgültig Ruhe eingetreten.
Ein Thema, das neu auf diesen Stadtteil zugekommen ist, ist die Bebauung im Kaiserleigebiet, an den Mainwasen und am sogenannten „Gottesacker“, ein Grundstück gegenüber der Theologischen Hochschule St. Georgen. Dies wird uns auch im nächsten Jahr noch beschäftigen, da die Auswirkungen der Planung auf unseren Stadtteil nicht abzusehen sind.
Alle drei Themen sind miteinander verwoben und Folgemaßnahmen der vorherigen Festlegungen. Das Kaiserleigebiet soll nach den Verlautbarungen in der Presse zwar für eine große Sporthalle genutzt werden, jedoch sind die Investoren bisher von dieser Idee wieder abgesprungen, so dass es sich bis heute nicht abzeichnet, ob diese Idee realisiert werden kann. Im Mainwasengebiet wurde in der Presse eine Planungsidee vorgelegt für einen Neubau der Europäischen Schule. Dieser Standort liegt eigentlich in Bezug auf unseren Stadtteil am entferntesten, hat allerdings seine Nachwirkungen für unser westliches Stadtgebiet in der Tatsache, dass dort verdrängte Sportvereine im freien Feld gegenüber der Theologischen Hochschule ihre Zukunft finden sollen, was unmittelbare Aus-wirkungen auf den Stadtteil Oberrad hätte. Die Meinung des Bürgervereins Oberrad ist noch nicht endgültig getroffen. Es zeichnet sich allerdings in unserer Diskussion ab, dass keine Bereitschaft besteht, die Bebauung mit ihren mannigfaltigen Auswirkungen an dieser Stelle zu akzeptieren.
Zu dem Thema gibt es nach unserer Erkenntnis noch keinen gefestigten Willen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt, mit dem man sich endgültig auseinander-setzen könnte. Der am meisten genannte Lösungsvorschlag, der unseren Stadtteil am wenigsten belastet, wäre ein Freihalten des vermeintlichen Baugebietes Gottesacker und geht davon aus, dass im Kaiserleigebiet die Europäische Schule errichtet wird mit unmittelbarem Anschluss an die Autobahn und eine S-Bahn-Station als Angebot für alle Schüler. Das Mainwasengebiet, das wegen schlechtester öffentlicher Erschließung im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs völlig ungeeignet für einen Schulstandort ist, bliebe für die Sportvereine erhalten, und könnte im notwendigen Rahmen saniert werden. Die neue große Sporthalle wäre von einem interessierten Investor im Bereich des Flughafens mit bester Erschließung für den öffentlichen Verkehr und den
Individualverkehr zu realisieren.

Es bleibt noch viel zu tun.

Der Vorstand des Bürgervereins wünscht Ihnen eine besinnliche Adventszeit und frohe Festtage.
Bleiben Sie gesund.

Eugen Müller im Dezember 2020