Bürgerverein Oberrad e.V.

Pressemitteilung – Bürgerverein Oberrad

zu: FNP, 23. Dezember 2020 „Fraport ebnet“ The Dome“ den Weg

Schon seit Jahrzehnten wird das freie Feld zwischen dem Stadtteil Oberrad und dem Main, das überwiegend erwerbsgärtnerisch genutzt ist, Ziel von Spekulationen über mögliche Bebauungen. Bisher konnten unnötige, spekulative Bebauungen zurückgedrängt werden.
Trotzdem bleiben Versuche nicht aus, auf unbebauten Grund und Boden zurückzugreifen.
Nunmehr seit mehreren Jahren sind das Kaiserleigebiet, das Mainwasengebiet und die Grünflachen gegenüber der Theologischen Hochschule St. Georgen spekulativ in der Diskussion über eine neue Nutzung. Konkrete Planungsabsichten, die auf Beschlüssen der städtischen Körperschaften beruht, gibt es offensichtlich nicht, so dass man auf Diskussionen und Stellungnahmen zu verschiedenen Ideensammlungen angewiesen ist.
Es ist ein Weihnachtsgeschenk für die Oberräder Bevölkerung, dass zu lesen ist, dass die Flughafengesellschaft Fraport offiziell ihr Grundstück „auf dem Markt“ bringt, um eine Bebauung mit einer Multifunktionshalle für Sport, Kultur und sonstige Veranstaltungen zu ermöglichen. Bisher hat sich die Fraport AG mit solch offiziellen Bewerbungen vornehm zurückgehalten, um die Kreise von Mitgliedern des Magistrats der Stadt Frankfurt nicht zu stören, die ihrerseits eine Sporthalle auf dem Kaiserleigebiet den Vorrang einräumten. Mit dieser Eröffnung der Bebauungsmöglichkeit für „The Dome“ wird für das nördliche Oberräder Feld erhebliche Erleichterung in der Diskussion geschaffen.
Investoren einer möglichen Sporthalle auf dem Kaiserleigebiet haben nach mehrjähriger Planung entnervt ihre Bewerbung zurückgezogen, da sie offensichtlich zu dem Schluss gekommen sind, dass dieses Objekt nur schwerlich durchsetzbar ist. Genaue Gründe des Rückzugs sind leider nicht bekannt. Außer Spesen nichts gewesen und daran ist dem Vernehmen nach auch die Stadt Frankfurt mit über 800.000 Euro beteiligt. Nach diesem Rückzug standen drei Sportvereine, die auf diese Hallenmöglichkeit spekulierten, mit leeren Händen da. Unterstützt von einzelnen städtischen Magistratsmitgliedern hat sich der Verantwortliche der Basketball-Mannschaft „Fraport Skyliners“ bereit erklärt, mit den „Eishockey-Löwen“ und dem Bundesliga Volleyballern „United Volleys“, die Halle auf eigene Rechnung weiter zu planen und zu bauen.

Diese Idee ging schon nach wenigen Tagen in die Brüche, da sich die Löwen und die United Volleys zu einem derartigen risikoreichen Unterfangen nicht bereitfanden. Angefeuert von einzelnen Unterstützern des Magistrats soll sich offensichtlich der Verein der Fraport Skyliners ebenfalls eine „blutige Nase“ holen.
„Pleiten, Pech und Pannen“: Mit gesundem Menschenverstand könnte man zu der Erkenntnis kommen, dass die Investoren des Hallenprojektes am Flughafen – auf eigene Kosten – eine sicherere Bank für die Sport treibenden Vereine sind. Außerdem wäre auch noch ein großer Gewinn für kulturtreibende Veranstaltungen innerhalb unserer Stadt zu verzeichnen. Die Bedingungen sind überschaubar. Es gibt nur einen Verhandlungspartner als Grundstückeigentümer. Die Grenzen der Planung sind im „Sonderbaugebiet“ Flughafen vorgegeben.
Für das Kaiserleigebiet bedeutet dies, dass „Druck aus dem Kessel“ genommen wurde und anderweitige Nutzungsvorstellungen zum Zuge kommen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass dieses Gebiet außerhalb des Grüngürtels ist und auch kein Landschaftsschutzgebiet ist. Wegen der Nähe zur S-Bahn und im unmittelbaren Bereich der Autobahnabfahrt wäre es nach Einschätzung des Bürgervereins Oberrad ein hochinteressanter Standort für die Europäische Schule, die heute noch im Grüngürtel und im Landschaftsschutzgebiet auf der derzeitigen Sportanlage Mainwasen gehandelt wird. Jeder Ortskundige wird allerdings den Kopf schütteln über einen Schulstandort von prognostizierten über 2.000 Schülern in einem Gebiet weitab vom Schuss des Öffentlichen Personennahverkehrs. Dieser Standortnachteil ist am Kaiserleigebiet nicht gegeben und wird noch zusätzlich begünstigt durch die unmittelbare Autobahnnähe, die es „Helikopter-Eltern“ schneller ermöglicht, ihre Sprösslinge der möglichen Schule anzudienen.
Die Folge wäre, dass den beiden Sportvereinen an den Mainwasen ihre Nutzfläche verbleibt, die gleichfalls heute im Grüngürtel liegt und Landschaftsschutzgebiet ist. Die berechtigte Sanierung der Sportanlage könnte unverzüglich erfolgen. Eine langjährige Umsetzung an einen neuen Standort entfällt. Den größten Nutzen, so der Bürgerverein Oberrad, hat die Bevölkerung folgerichtig von der Nicht-Bebauung der Grünfläche gegenüber der Theologischen Hochschule St. Georgen, die ebenfalls Grün- und Landschaftsschutz genießt.
Eine Bebauung an dieser Stelle mit einer Vermehrung der Sportflächen für zwei Vereine hätte am unmittelbaren Ortsrand von Oberrad erhebliche negative Folgewirkungen.
Es wäre der Wunsch des Bürgervereins, wenn bei den Verantwortlichen im neuen Jahr ein Schlussstrich unter den „Verschiebebahnhof“ gezogen würde und sich eine deutliche Mehrheit im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt im vorerwähnten Sinne formieren würde zum Nutzen aller Beteiligten.

Eugen Müller
Vorsitzender

An die Mitglieder des Bürgervereins Oberrad

Sehr geehrte Mitglieder,
das Jahr 2020, die Corona-Zeiten, hat auch unseren Verein sehr hart getroffen.
Alle öffentlichen Veranstaltungen mussten wir zum Schutz unserer Mitglieder und Teilnehmer absagen. Unsere Jahreshauptversammlung im April dieses Jahres, der jährlich stattfindende Museumsbesuch und ein Ausflug mit Besichtigung und Spaziergang in einer Nachbargemeinde sind entfallen. Im Rahmen des Vereinsrings hat der BVO sonst immer sowohl am Stadtteilfest als auch am Weihnachtsmarkt mit einem Stand teilgenommen. Auch diese Veranstaltungen wurden einstimmig im Vereinsring abgesagt. Die notwendigen Sitzungen des Vereinsrings, des Präventionsrates und des Ortsbeirates 5, an denen wir regelmäßig teilgenommen haben, wurden in geeigneten Räumen unter strengsten Auflagen und Hygienebedingungen durchgeführt.
Dies hat unsere Arbeit zum Nutzen der Oberräder Bürgerschaft aber nicht vollständig gelähmt, viele kleine Probleme, die mit Telefon oder per mail erledigt werden konnten, haben wir weiterverfolgt und die meisten auch positiv erledigen können.
Im Rahmen des Präventionsrates ist besonders hervorzuheben, dass die Sicherheitsprobleme um die neu geschaffenen Flüchtlingswohnungen in der Wiener Straße Thema waren. Dabei wurde uns von den zuständigen Ämtern versichert, dass es sich um Wohnungen für anerkannte oder geduldete Familien handelt, die schon längere Zeit in Flüchtlingsunterkünften lebten und in einem weiteren Schritt in ein normales Leben in unsere Gemeinschaft überführt werden sollen.
Im Rahmen des Ortsbeirates haben uns besonders die Themen Neubau der Gruneliusschule, Tempo 30-Regelung für die Offenbacher Landstraße und Wehrstraße, kleinere Probleme zugunsten von Fahrradfahrern und Sicherheitsmarkierungen bei der Einfahrt in die Haltestelle Buchrainplatz und dem kleinen Parkplatz im Anschluss an diese Haltestelle beschäftigt.
Ein immer wiederkehrendes Problem ist die Beseitigung von Sperrmüllhaufen, die regelmäßig im Stadtbild auftauchen und leider von den Verursachern immer wieder ohne Anmeldung dem Stadtbild überlassen werden. Das Thema des Denkmalschutzes für die ehemalige Gaststätte „Hirsch“ hat nach mehrjähriger Diskussion seinen Abschluss gefunden und wurde endgültig in das Denkmalbuch des Landes Hessen aufgenommen. Auch der Eigentümer hat inzwischen Interesse an dieser Tatsache gefunden und plant eine neue Nutzung unter Denkmalgesichtspunkten.

Das Thema „Melanie“, eine frauenfeindliche Verunzierung von verschiedenen Gebäuden hat uns immer wieder gefordert, da der Täter zum wiederholten Male an den gleichen Stellen seine widerliche Handschrift hinterlassen hat. Es ist uns gelungen, die jeweiligen Eigentümer zu einer schnellen Beseitigung der Schmierereien zu bewegen. Nach wochenlanger Beschäftigung ist hier hoffentlich endgültig Ruhe eingetreten.
Ein Thema, das neu auf diesen Stadtteil zugekommen ist, ist die Bebauung im Kaiserleigebiet, an den Mainwasen und am sogenannten „Gottesacker“, ein Grundstück gegenüber der Theologischen Hochschule St. Georgen. Dies wird uns auch im nächsten Jahr noch beschäftigen, da die Auswirkungen der Planung auf unseren Stadtteil nicht abzusehen sind.
Alle drei Themen sind miteinander verwoben und Folgemaßnahmen der vorherigen Festlegungen. Das Kaiserleigebiet soll nach den Verlautbarungen in der Presse zwar für eine große Sporthalle genutzt werden, jedoch sind die Investoren bisher von dieser Idee wieder abgesprungen, so dass es sich bis heute nicht abzeichnet, ob diese Idee realisiert werden kann. Im Mainwasengebiet wurde in der Presse eine Planungsidee vorgelegt für einen Neubau der Europäischen Schule. Dieser Standort liegt eigentlich in Bezug auf unseren Stadtteil am entferntesten, hat allerdings seine Nachwirkungen für unser westliches Stadtgebiet in der Tatsache, dass dort verdrängte Sportvereine im freien Feld gegenüber der Theologischen Hochschule ihre Zukunft finden sollen, was unmittelbare Aus-wirkungen auf den Stadtteil Oberrad hätte. Die Meinung des Bürgervereins Oberrad ist noch nicht endgültig getroffen. Es zeichnet sich allerdings in unserer Diskussion ab, dass keine Bereitschaft besteht, die Bebauung mit ihren mannigfaltigen Auswirkungen an dieser Stelle zu akzeptieren.
Zu dem Thema gibt es nach unserer Erkenntnis noch keinen gefestigten Willen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt, mit dem man sich endgültig auseinander-setzen könnte. Der am meisten genannte Lösungsvorschlag, der unseren Stadtteil am wenigsten belastet, wäre ein Freihalten des vermeintlichen Baugebietes Gottesacker und geht davon aus, dass im Kaiserleigebiet die Europäische Schule errichtet wird mit unmittelbarem Anschluss an die Autobahn und eine S-Bahn-Station als Angebot für alle Schüler. Das Mainwasengebiet, das wegen schlechtester öffentlicher Erschließung im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs völlig ungeeignet für einen Schulstandort ist, bliebe für die Sportvereine erhalten, und könnte im notwendigen Rahmen saniert werden. Die neue große Sporthalle wäre von einem interessierten Investor im Bereich des Flughafens mit bester Erschließung für den öffentlichen Verkehr und den
Individualverkehr zu realisieren.

Es bleibt noch viel zu tun.

Der Vorstand des Bürgervereins wünscht Ihnen eine besinnliche Adventszeit und frohe Festtage.
Bleiben Sie gesund.

Eugen Müller im Dezember 2020

Nachruf

Die Gründerin des Bürgervereins Oberrad e. V. Maria-Claudine Homberg ist am 29. Oktober 2020 im Alter von 77 Jahren verstorben.

Im November 1981 hatte sie mit fünf Mitgliedern aus dem Kurs der Volkshochschule Frankfurt zum Stadtteilentwicklungsplan, den Bürgerverein gegründet.
Mit großem Einsatz und viel Energie war sie bis 1990 die 1. Vorsitzende.

Ganz besonders galt ihr Einsatz dem Erhalt der Grünen Lunge sowie dem Erhalt der Frischluftentstehungsgebiete für das Gärtnerdorf und den ganzen Frankfurter Süden.
Große Einschränkungen durch geplante Baumaßnahmen wurden befürchtet.

Der von ihr ins Leben gerufene Oberräder Wochenmarkt und die heute 30 Jahre alte Frauengymnastikgruppe im Bürgerverein Oberrad bestehen immer noch.
Von 1984 bis 1991 hatte sie die Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Bürger- und Bezirksvereine geleitet.

Zuletzt wohnte sie mit ihrer Familie im Taunus.

Wir werden Frau Homberg immer in dankbarer Erinnerung behalten.

Bürgerverein Oberrad

Termine des Bürgervereins Oberrad 2020

28.April
Dienstag Verschoben – Jahreshauptversammlung
Nach heutiger Einschätzung ist der Termin 28.4.2020 nicht zu halten und wird abgesagt. Wir werden einen neuen Termin für die Jahreshauptversammlung erst festsetzen, wenn sichergestellt ist, dass die gesundheitliche Unversehrtheit unserer Mitglieder garantiert ist.
Wir bitten um Verständnis und bleibt gesund.
06. Juni Samstag Abgesagt – BVO Stand auf dem Stadtteilfest des Vereinsrings
29. August Samstag Abgesagt – Ausflug mit Besichtigung und Spaziergang
25. Oktober Sonntag Abgesagt – BVO Kultur; Museumsbesuch
21. November Samstag Abgesagt – Jahresabschlussfeier, großer Saal im Depot
20. Dezember Sonntag Abgesagt – BVO Stand auf dem Oberräder Weihnachtsmarkt

 

Außerdem bietet der BVO eine Frauengymnastikgruppe dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr.

Näheres zu den einzelnen Veranstaltungen sowie evtl. Änderungen finden Sie im Internet, in den Tageszeitungen und regionalen Wochenblättern.

Wissenswertes und Interessantes über Oberrad und den BVO finden Sie auf unserer Internetseite: www.buergerverein-oberrad.de

Oberräderin des Jahres 2019

In mehreren Vorstandssitzungen hat der Vorstand des BVO beraten, wer in diesem Jahr, 2019, den Titel der „Oberräderin des Jahres“ erhalten sollte. Während wir üblicherweise außerhalb des Bürgervereins auf die Suche gehen, war sehr schnell aus den eigenen Reihen ein Kandidat gefunden.

Nach einstimmiger Abstimmung (eine Enthaltung) im Vorstand wird Marlene Karrie zu unserer großen Freude als Oberräderin des Jahres vorgeschlagen und nominiert.

Marlene wurde vor 80 Jahren in Helmstedt vier Wochen nach Kriegsbeginn geboren.
Ihre Eltern haben allerdings sehr bald erkannt, dass der Westen des Deutschen Reiches scheinbar sicherer einzuschätzen war und so zogen sie zurück in die Heimat, in das Saarland.
Dort absolvierte sie ihre schulische Laufbahn in Perl und eine anschließende Lehre als Herrenschneiderin in Nennig/Saar.
Schon bald nach der Lehre zog es sie in die Ferne und sie übersiedelte ab 1960 nach Paris.
Sie absolvierte eine „au pair-Zeit“, arbeitete in einem Hotel für Deutsche Studentenreisen und besuchte parallel eine Sprachenschule, um ihr französisch zu komplettieren.
Mit Erfolg – wie man weiß. 1962 bereits erlangte sie ihr Sprach-Diplom.
Nach diesem Abstecher ins Ausland und einem Jahr Zwischenaufenthalt in Berlin im Park-Hotel erreichte sie 1964 endlich unsere Heimatstadt Frankfurt.
Hier hat sie 1965 geheiratet und zwei Töchter bekommen.
Verschiedene Arbeitsstellen begleiteten ihren Lebensweg bis zum Renteneintritt.

1984 – drei Jahre nach dessen Gründung – trat sie dem Bürgerverein bei.
Ab dem Jahre 1990, und dies sind inzwischen 30 Jahre, ist Marlene aktiv im Vorstand tätig, anfangs als Schriftführerin, später als zweite Vorsitzende.
Mit Sicherheit ist sie oftmals gebeten worden, als Vorsitzende zu kandidieren, was sie allerdings nie angestrebt hat.
Als zurzeit amtierender Vorsitzender weiß ich, dass die Stellvertreterfunktion praktisch den gleichen Arbeitsaufwand erforderlich macht, wobei für mich wichtig ist, dass man sich 100-prozentig auf ihre Arbeit verlassen kann.
Ich kann ihr bescheinigen, dass sie äußerst zuverlässig, freundlich und zuvorkommend ist, was der Harmonie in der Vorstandsarbeit sehr dient.

In dieser Funktion war sie in Oberrad auch Mitglied des Vereinsrings Oberrad und des Präventionsrates, wo sie mit hohem Zeitaufwand den Interessen der Oberräder Bevölkerung gerecht wurde.
Nur Vereinsarbeit in Oberrad war ihr offensichtlich nicht genug und sie interessierte sich für eine Mitgliedschaft und Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Bürger- und Bezirksvereine.
Auch dort war sie in der Vorstandsarbeit aktiv tätig.
Für Oberrad hat sich diese Arbeit trotzdem gelohnt, da in dem Publikationsorgan „Frankfurter Bürger“ viele Artikel aus ihrer Feder erschienen, die den Stadtteil Oberrad zum Gegenstand hatten.
Von 1996 bis 2012 war sie 16 Jahre in der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft tätig.
Seit zwei Jahren ist sie wieder stellvertretende Schriftführerin der Arbeitsgemeinschaft, nachdem diese Institution kurzzeitig „geschwächelt“ hat.
Auch ihrer Tatkraft ist es zu verdanken, dass die Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Bürger- und Bezirksvereine heute wieder vollwertige Arbeit leistet.

Der gesamte Bürgerverein freut sich über Deine Nominierung und wünscht Dir viel Gesundheit und viel Schaffenskraft, da wir uns klar sind: „Wir brauchen Dich“.

Frankfurt am Main, den 23. November 2019
Eugen Müller, Vorsitzender

Siehe hierzu auch:Frankfurter Wochenblatt – Marlene Karrie ist Oberräderin des Jahres 2019: Bürgerschaftliches Engagement steht bei der Oberräderin an erster Stelle

Aktuelles / Presse Juli 2019

Frankfurter Rundschau – Vergebliche Verhandlungen: Gedenktafel für Adorno gescheitert

Messung ultrafeiner Partikel in Frankfurt-Oberrad

Welchen Einfluss hat der Flugverkehr rund um den Frankfurter Flughafen auf die Konzentration Ultrafeiner Partikel (UFP) in der Luft? Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) beschäftigt sich schon seit einigen Jahren intensiv mit dieser Frage. Und sie ist auch für die Stadt Frankfurt von großem Interesse, denn diese Partikel gelten als potenziell gesundheitsschädlich. Am Alten Friedhof in Oberrad hat das HLNUG zusammen mit der Stadt Frankfurt eine neue Messstelle in Betrieb genommen, um seine UFP-Messungen auszubauen. Gemessen wird dort die Gesamtanzahlkonzentration von Partikeln mit einer Größe von 7 Nanometern bis 2,2 Mikrometern.

Die Lage der Messstelle ist so gewählt, dass sie sich nicht in direkter Nachbarschaft anderer potentieller UFP-Quellen befindet. Sie liegt einerseits im Einflussbereich von Anflügen bei Westbetrieb des Flughafens und Abflügen bei Ostbetrieb. Andererseits ist bei entsprechenden Windverhältnissen aber auch mit einem UFP-Eintrag vom Flughafengelände aus zu rechnen. Am Standort finden außerdem bereits Fluglärmmessungen statt, die zur Interpretation der UFP-Messungen herangezogen werden können.

Das Messgerät in Oberrad ist eines von zwei Geräten, die die Stadt Frankfurt angeschafft hat. Das andere Messgerät ist bereits seit Oktober 2018 an der Martin-Buber-Schule in Sachsenhausen in Betrieb. Die Messungen an beiden Standorten sind in die umfangreichen UFP-Untersuchungen des HLNUG eingebunden.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: „Das Umweltdezernat, unsere Stabsstelle gegen Fluglärm und das Land Hessen arbeiten gemeinsam, um Daten zu erheben, die Aufschlüsse über die Gesundheitsbelastung der Anwohner erlauben könnten. Zum Wohle der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger werden wir nun den sehr kleinen Partikeln auf den Grund gehen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Umweltdezernat und dem Land Hessen und hoffe auf aussagekräftige Messergebnisse, damit wir die Gesundheit der Anwohner besser schützen können. Meine Haltung bleibt, dass Gesundheit vor Profit geht.“

„Ich freue mich, dass wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt unsere Untersuchungen der Immissionsbelastungen durch ultrafeine Partikel im Umfeld des Frankfurter Flughafens ausweiten können“, sagte der Präsident des HLNUG, Thomas Schmid.

„Dass die Stadt Frankfurt die Forschungsarbeiten des Hessischen Landesamts durch weitere Messgeräte unterstützen kann, leistet einen wichtigen Beitrag, den Einfluss des Flughafens auf die Belastung mit Ultrafeinen Partikeln zu untersuchen“, ergänzte Rosemarie Heilig als für Immissionsschutz zuständige Umweltdezernentin der Stadt.

„Für die Stabsstelle für Fluglärmschutz sind die Auswirkungen der ultrafeinen Partikel auf die Gesundheit der Menschen sehr wichtig, darum unterstützen wir diese Messungen ausdrücklich. Mit den ersten Rohdaten, die der Stadt inzwischen vorliegen, und unterschiedlichen wissenschaftlichen Analysen, wird sich hoffentlich zeigen, ob die Emissionen des Frankfurter Flugverkehrs für die Bevölkerung negative gesundheitliche Auswirkungen haben können. Auch wollen wir untersuchen, ob sich der erwiesenermaßen gesundheitsschädliche Fluglärm und die Emissionen gegenseitig noch verstärken“, sagte Fluglärmschutzbeauftragte Ursula Fechter.
Hintergrund

Partikel im Größenbereich unter 100 Nanometern werden als „ultrafein“ bezeichnet. Größere Teilchen tragen zwar viel zur Masse, aber vergleichsweise wenig zur Anzahl bei. Zur Erläuterung: Ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Ein Stecknadelkopf hat etwa einen Durchmesser von einer Million Nanometern, ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von rund 80.000 Nanometern.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz Umwelt und Geologie hat 2015 mit der Untersuchung von UFP begonnen und seitdem seine Messaktivitäten kontinuierlich ausgebaut. Nach anfänglichen Messungen der Gesamtpartikelanzahl an der Luftmessstation Raunheim, in Kooperation mit dem Umweltbundesamt, wurden beziehungsweise werden seit 2017 an inzwischen insgesamt fünf Standorten Untersuchungen insbesondere auch zur Größenverteilung der ultrafeinen Partikel im Bereich 10 bis 500 Nanometern durchgeführt. Neben diesen Untersuchungen mit eigenen Messgeräten betreut das HLNUG in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt die bereits genannten zwei Messstellen in Oberrad und Sachsenhausen.

Den bisher durchgeführten Untersuchungen zufolge stellt der Betrieb des Flughafens durchaus eine bedeutende Quelle für ultrafeine Partikel dar. Insbesondere sind erhöhte Konzentrationen festzustellen, wenn der Wind aus Richtung Flughafen weht und die Partikel entsprechend weit verfrachtet werden. Ein erster Zwischenbericht über die Untersuchungsergebnisse wurde bereits im Mai 2018 veröffentlicht. Ein zweiter Bericht wird voraussichtlich Ende August erscheinen.

Ultrafeinstaub ist bereits seit längerem in Bezug auf seine gesundheitliche Auswirkung in der Diskussion. Grenzwerte zur Beurteilung der Staubbelastung beschränken sich allerdings derzeit auf die Staubmasse und nicht auf die Anzahl der Teilchen. Es gibt keine gesetzlichen und auch keine wirkungsbezogenen Beurteilungsgrundlagen. Die Untersuchungen sollen aber auch dazu dienen, belastbare Daten zu erzeugen, und eine sachliche Diskussion über die Beeinflussung der UFP-Konzentration durch unterschiedliche Quellen, unter anderem auch flughafenbedingte, zu unterstützen.
Quelle: Stadt Frankfurt

Wanderung mit dem Oberräder Förster

Wanderung mit dem Oberräder Revierförster Lars Eckert und dem stellv. Leiter der Abteilung Stadtforst Peter Rodenfels am 08. Juni 2019.

Der Einladung des Bürgervereins Oberrad sind 25 Mitglieder und Freunde des Vereins sowie Pressevertreter zum Treffpunkt Parkplatz Ausfahrt Monte Scherbelino an der Babenhäuser Landstraße gefolgt.

Die Top Themen waren: u. a.Trockenheit 2018, aktueller Stand, Auswirkungen auf die Bäume im Oberräder Forst mit dramatischen Folgen. Der Oberräder Wald erstreckt sich von der Sachsenhäuser Stadtgrenze an der Darmstädter Landstraße über ein Gebiet bis Neu Isenburg.
In mehreren Bildgrafiken, zwischen Bäumen aufgehangen, wurden die ständig steigenden Temperaturunterschiede und die abnehmenden Regenmengen, die deutlich unter denen der früheren Jahre Jahre lagen, gezeigt. Besonders zwischen 2006 und 2017 stieg die Durchschnittstemperatur und es gab deutlich weniger Regen. Früher konnten sich die Wälder nach jeder Trockenheit wieder erholen.

Jetzt ist der Klimawandel sichtbar!

2018 war die Trockenheit und Dürre extrem. Weil den Laubbäumen das Wasser fehlte, ließen sie die
Blätter absterben. Schädlinge, wie der Borkenkäfer, zerstörte die Rinde. In der Kesselbruchschneise war
ein großes, kahles Waldstück zu sehen. Vorher wuchsen hier Eichen, Buchen, Douglasien. Seit 2018 sei
es tot, lt. Herrn Eckert. Das Forstamt musste roden, um noch durch Holzverkauf einen Wert zu erzielen.
Mit der Hälfte seiner Rinde sei ein Baum nicht lebensfähig. Anstatt in 100 Jahren, wie üblich, seien nun
in 60 Jahren die Bäume dahin.
Das Holz sei nur noch für Spanplatten geeignet oder für Katzenstreu.
Auffällig ist, dass der Waldboden mit trockenen Nadeln, reichlich Zapfen, Eicheln und Bucheckern übersät ist, als wollten die Bäume sich selbst retten. Zwischendrin gibt es saftige Wiesen und das Wild findet Nahrung, so viel wie noch nie.
In einer Schneise auf dem Rundweg mitten im Wald werden alte fast ausgestorbene Apfelsorten gezüchtet. An anderer Stelle soll eine neue Zufahrt für große Forstfahrzeuge zum Abtransport der Holzstämme im Notfall auch für einen Feuerwehreinsatz geschaffen werden.
Im Herbst ließ der Förster 500 kg Eicheln sammeln, um neue Bäume zu ziehen. Leider werden die langen Stab-Wurzeln in der Baumschule gekürzt. Sein Versuch im Einkochapparat seiner Oma mit Temperaturanzeigern bei 41 Grad 250 kg Eicheln zwei Stunden lang zu köcheln, damit alle Pilze absterben, hat sich gelohnt. In einem kahlen Waldstück standen die neuen grünen Pflänzchen, die in tiefe Plastikschalen gesetzt wurden in langen dichten Reihen und konnten so bewundert werden. An einem Muster-Exemplar wurde gezeigt, dass die Wurzel viermal so lang ist, wie das Pflänzchen selbst.
Gefährlich sei es für sie, wenn ein bestimmtes Gras schnell wächst und Mäuse anzieht. Die Lage ist dramatisch, wie die Zukunft für unseren Wald aussieht, wagt niemand vorauszusagen. Der Oberräder Wald sei noch am besten in Frankfurt weggekommen, meinte Herr Eckert. Doch die Realität übersteigt die Vorstellungskraft der Teilnehmer.
In einer schönen Waldwiese schloss der Rundgang bei Getränken und Brezeln. Herausragend und sehr engagiert zeigt sich unser Revierförster Lars Eckert, der sich noch zu Lebzeiten sehr oft mit dem Forstamtsrat a. D. Max Schusser, dem ersten Frankfurter und Oberräder Förster nach 1945 getroffen hat. Der am 23. April 2018 Verstorbene hat nachdem der Stadtwald zu zwei Dritteln zerstört war, als Erstes mit einem Dutzend Oberräder Frauen und 30 aus Dietzenbach einige Millionen Setzlinge für die Aufforstung von 500 Hekta Wald in die Erde gepflanzt.
Die Frauen erhielten für ihren außerordentlichen Fleiß einen gerechten Lohn und es wurden Holz-Lese-Scheine für eine Mark für den Handwagen voll Sammelholz ausgegeben.
Zitat von Max Schusser zu seiner Ehrung beim Bürgerverein als „Oberräder des Jahres 2009“.